HERZLICH WILLKOMMEN - - - - - - AUF MEINEM HÜGEL

Freund(e) zu Besuch

und nun? erzähl ich etwas über...Blumenbeete
alles wie immer: "keine Besserung... - ...keine Verschlimmerung - ... keine Veränderung"
desweiteren geht´s hier zum Erdreich!

von mir für euch:
Impressionen
was danach geschah
grandes carreaux oder: mit der hand geschrieben
Hilbi-Gedichte

von andern:


manche gehen hinaus
treffen sich auf der strasse
bleiben länger als sonst
vielleicht wird daraus etwas
es gibt nur diese eine strecke
es gibt nur diesen einen stuhl
es gibt aber auch bänke und sätze und man spricht viele davon aus und viele nicht
und immer hat man angst die auszusprechen die man nicht aussprechen soll und
die nicht auszusprechen die man aussprechen möchte

(aus: The Making of Americans(für Gertrude Stein) )




der morgen danach
wie häßlich es war
notizen gemacht
wir lagen im gras
zwischen uns ein paar sprengköpfe
vielleicht war es vernünftig aufzustehen
man will ja leben

(aus: zu wenig)



Susan Sontag


stehen wir einmal zusammen
finden wir worte statt sie zu suchen

zählen wir unsere augen
zählen wir nicht bis zwei

susan sontag ist tot

irgendwer schaut dich an
eine ganze ewigkeit

zwischen lebenden und toten gibt es ein bündnis

wir brauchen nicht nach den sternen zu greifen
wir haben auch hier verluste genug

Susan Sonntag ist tot



Eine nacht


die liebenden legten sich in ihre streichhölzer
die ersten pläne werden geschmiedet
auch davon fallen die augen zu
eine nacht so unsäglich für die
die von ihr mehr erwarten als schlaf
jemand wird einen namen in die stille rufen
hemd und hose streiten um die besten plätze
vielleicht ist irgendwo tatsächlich etwas los
was geht es mich an
ich leg mich ins bett
ein achtzehnjähriger hat heute drei tore geschossen
ich stand im tor
und kam mir so alt vor


Hilbi am Abend vor langen langen jahren




nichts versucht zu sagen

kein taschentuch
keine blumen
keine gräber
kein feld
keine not
keiner ist reich
keine strasse
kein tag
keine stunde
keine leere
kein stuhl
kein tisch
kein kühlschrank
keine wand
kein schuss
kein junimond
kein rio reiser mehr (die luft die uns zum atmen fehlt füllen wir manchmal mit seinem namen)
kein rot
kein blau
keine vasen
keine messingglöckchen
keine urnen
keine not
kein stuhl
kein tisch
kein gebet
keine wut
kein gebiss
kein feld
keine not
keine suppe
keine augen
keiner kommt
keiner geht




Zu lesen

ein clown in der manage
er nimmt einen stuhl
fällt hin
schleppt ihn in die mitte der zirkusarena
er fällt
flucht
dann nimmt er einen schreibtisch
der schreibtisch ist viel zu groß
aber er lässt sich nicht helfen
angst es könne jemand diesen schreibtisch nehmen
lacht
der clown
springt auf den schreibtisch
ruft
habe ich ihn doch selber geklaut
schiebt ihn weiter
merkt dass er nicht weiterkommt
grübelt
kratzt sich an den kopf
holt eine zitronenscheibe aus der jackentasche
leckt daran
steckt die zitronenscheibe wieder ein
holt den stuhl
rückt den stuhl in die nähe des schreibtisches
setzt sich auf den stuhl
liest aus einem unsichtbaren manuskript
„ich habe durch sie alles verloren
mein erstes bein
mein zweites bein
mein erstes holzbein
mein zweites holzbein“
bricht in tränen aus
greift nach einem unsichtbaren glas wasser
trinkt
wirft das glas auf den boden
liest
„meine tage sind glückliche vorhänge
ich gehe aus der türe
und spüre eine innere freude
die nach draussen will
die farben der grossen städte möchte ich begreifen
das schweigen wenn ein lkw über einen arbeitshandschuh fährt
ich fühle die kraft der dinge
aber am grössten muss es sein unter wasser
ich liebe die fische nicht aber ich beneide sie darum“
der clown fängt an zu zittern
schaut ins publikum in der hoffnung dass es keiner bemerkt
das zittern hört nicht auf
„habe ihr blumen gebracht
sie hat ihren freund gerufen
und sie ihm übergeben
ich dachte daran umzukehren
aber sie bat mich herein
sie zeigte mir die ganze wohnung
dann fragte sie
ob ich bleiben möchte
ich sagte
ich habe im bleiben keine erfahrung
sie kicherte
dann geh.“
plötzlich hält er inne
steckt sich eine unsichtbare zigarette an
schaut auf die uhr
räumt alles sehr hektisch zusammen
nimmt den stuhl
wirft ihn hinter die bühne
schiebt den schreibtisch zur seite
geht ab




ich bin literatur
ich schreibe literatur
ich schreibe hund
der hund bellt
er bellt literatur
der hund sagt
literatur
dann fängt der hund das knurren an
es klingt wie staub
der hund wird zu staub
literatur ist staub




Zeit

lass uns gedichte schreiben
damit ewigkeiten vergehen
der rest ist dein
und mein leben
hängen wir uns da nicht rein
schreiben wir gedichte
bis es die füchse für uns tun
und das kann noch dauern



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